Meine Schülerinnen und Schüler kenne ich jetzt. Und nun? – Eine klassische Wortschatzeinführung zum Thema „Schulsachen“ mit Material

In diesem Beitrag stelle ich dir eine klassische Wortschatzeinführung vor. Passend zum Schulanfang habe ich das Thema „Schulsachen“ gewählt, der Inhalt kann aber mit dieser Struktur durch jedes beliebige Wortschatzthema (nicht mehr als acht neue Wörter) ersetzt werden.

Für meine Einführung habe ich folgenden Wortspeicher verwendet:

die Brotzeitbox, das Federmäppchen, das Heft, der Schnellhefter, das Schulbuch, der Schulranzen, der Turnbeutel, der Turnschuh

Wenn du in der Lernstandserhebung merkst, dass die Kinder diese Wörter schon können, kannst du sie natürlich durch andere Wörter ersetzen.

Anbei noch einige grundsätzliche Anmerkungen zu Wortschatzeinführungen (du findest diese auch in der Artikulation in den Kommentaren):

  • Beim Wortmaterial und den Satzstrukturen geht es um die Strukturen, die die Kinder nach der Unterrichtstunde in ihrem aktiven Wortschatz haben sollen, das heißt, die sie selbst aktiv verwenden können.
  • Ideen zum Begrüßungslied und die Vorlagen der Satzstrukturen mit den Alltagsfragen zum Warmreden findest du im Beitrag Sicherheitgeben - Rituale im DaZ-Unterricht
  • Ich führe Nomen prinzipiell mit dem bestimmten Artikel ein. Jedem Artikel ist dabei auch ein Handzeichen aus dem Spiel „Schere, Stein, Papier“ zugeordnet (die=Schere, das=Papier, der=Stein). Beim Vorsprechen der Nomen zeige ich beim Artikel das passende Zeichen dazu. Die Kinder machen dies beim Nachsprechen genauso nach. Wenn die Kinder die Zeichen einmal kennen, helfen diese auch bei der sensiblen Fehlerkorrektur: macht ein Kind einen Fehler bei einem Artikel im Redefluss, zeige ich nur das Zeichen und unterbreche das Kind so nicht. Das Kind kann sich dann selbst verbessern.
  • Je nach Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler sollten die Wörter mindestens 8-10 Mal wiederholt werden (besser öfter), auch wenn einem das als Lehrkraft oft und langweilig erscheint.
  • Ich lasse die Kinder beim Wiederholen auch selbst aussuchen, wer nachsprechen darf. Mit der Satzstruktur „Alle Kinder, die …“ wählen die Kinder selbst Möglichkeiten aus:
    z. B. Alle Kinder, die eine Jeans tragen., Alle Kinder, die braune Haare haben., Alle Kinder, die eine Brille anhaben.
  • Eine Wortschatzeinführung geht immer von der Rezeption zur Produktion, also erstmal selbst die Wörter hören und z. B. auf Anweisungen nur reagieren, bevor die Wörter selbst allein gesprochen werden.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen viel kommunizieren. Also ist es wichtig, dass sie auch bei Spielen wie z. B. Memory miteinander sprechen. Dafür geben ich Satzstrukturen in kleinen Sprachblasen vor, die jedes Paar mit dem Spielmaterial bekommt.

Für erfahrenere DaZ-Lehrkräfte oder für den Überblick hier eine kurze Zusammenfassung der Phasen in der Artikulation:

1. Begrüßung

2. Warmreden mit Sprechblasen zu alltäglichen Satzstrukturen (Fragen)

3. Wimmelbild mit Schulsachen

4. Einführung der Wörter: Schulranzen auspacken und Wörter benennen, ZA erarbeiten, variativ vor- und nachsprechen, WKn zuordnen

5. Spiel: Wo ist? (rezeptiv)

6. Spiel: Was fehlt? (produktiv)

7. Spiel: Memory in PA, für Schnelle: Wörter aufschreiben/ Sätze schreiben

8. Präsentation der gewonnenen Paare vor Klasse

9. Nennen der Wörter in der Erstsprache

10. Reflexion: schwieriges Wort auf WK mitnehmen

11. Verabschiedung

 

Das Material findet ihr hier:

Lernstandserhebung

Artikulation

Unterrichtsmaterial

 

Gerne möchte ich dir mein Material zu der Wortschatzeinführung zur Verfügung stellen. Die Vorlagen wurden teilweise mit dem WorksheetCrafter erstellt.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Deine

Lehrerin mit für DaZ

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